30.8.05

Mes doisins (Suite)

Zur direkten Nachbarschaft hinzu gekommen sind außerdem:
- 3 Jugendliche in weißer Malerkluft, die die Öfen rausreissen und nachher die Wände streichen (sollen). Hängen seit einem Monat bei uns rum, vorzugsweise im schattigen Innenhof, wenn sie nicht gerade eimerweise Schutt hin und her tragen...
- ein Polizist, der sich heute morgen bereits um 8 Uhr 30 mit dem tätowierten HeavyMetal-Freak aus dem Erdgeschoß unterhielt. Den schien er gerade aus dem Bett geklingelt zu haben, denn er stand völlig verstrahlt vor dem beschnäuzten Ordnungshüter und verstand offensichtlich nur Bahnhof: "Hören Sie? Auf keinen Fall Post von dem annehmen. Auch keine Päckchen, die hier jemand abgeben will..."

Jetzt frage ich mich schon den ganzen Tag, warum irgendwelche Polizisten morgens durch unser Haus wandern und uns erzählen, dass wir keine Post von oder für Unbekannte annehmen sollen...Vielleicht war der vor 3 Monaten plötzlich spurlos verschwundene Typ aus der Wohnung über mir ein Terrorist? Oder das Opfer einer Terrorgruppe, der mit einer Briefbombe erledigt werden sollte?
Na, ich öffne mal vorsorglich lieber niemandem mehr die Tür...

29.8.05

mal raus...


...einfach mal für'n Wochenende Zelt und Schlafsack in ein Auto schmeissen, anderthalb Stunden fahren, Auto abstellen, Kram ins Kanu, lospaddeln und ganz schnell Großstadt und Alltag vergessen...

21.8.05

Mes doisins

Ichh fühle mich in meiner Wohnung sehr wohl, und nachdem die Modernisierungsarbeiten - bis auf ein paar "unwesentliche" Details, naturelement ("Ääh, Sagen Sie mal, wer macht eigentlich wann die Löcher wieder zu, die Sie beim Leitung verlegen in meine Wohnzimmerdecke gebohrt haben??" - "Ömpf, tscha, dit kann ick jleich wool machn, wennse zu hause sind...") - abgeschlossen sind, kann mich nicht mal mehr die Aussicht auf den sibirischen Winter hier schocken.
Aber wie ich heute vormittag so auf meinem hübsch begrünten Balkon saß, Milchcafé trank, Zeitung las, Musik hörte, wurde die friedliche Sonntagsidylle durch das laute Ekelschleimhochrotzenunddannlautausspucken des Nachbarn schräg unter mir jäh unterbrochen...
Hart an der Grenze zu den Bronx Berlins wohnend erwarte ich hier natürlich keine hippen Design-irgendwas-Prenzlauerberg-Langweiler und auch keine Mitte-Boys`n Girls (u.a. genau deswegen wohne ich hier ja...), aber heute kamen mir das erste Mal leise Zweifel, ob "Nachbarschaft" mehr à la P-Berg/Mitte/S-Berg etc zusammengesetzt nicht auch seinen Reiz haben könnte...
Zur Zeit leben hier im Hinterhaus
- ein bis an die Zähne tätowierter Heavymetal-Freak, mit 2 fetten Katzen, die immer vor'm Jimi-Hendrix-Plakat an der Hofmauer liegen,
- eine sich selbst als manisch-depressiv bezeichnende Juristin, die "mal beim Amtsgericht gearbeitet hat" - worauf auch immer das ein Hinweis sein soll,
- eine dicke schmierige Kettenraucherin, deren Raucherhusten ich bis in mein Wohnzimmer hochrasseln hören kann, angeblich die Freundin vom Heavymetalfreak. Immerhin hört sie Janis Joplin...
- der einzige Lichtblick hier: mein Kumpel V, einzige normale und ansprechbare Person in diesem Haus (meiner Meinung nach natürlich nur - wer weiß, wie die anderen uns sehen...)
- mein direkter Nachbar, der nie da ist und wenn, dann baut er gerade irgendwas,
- besagter superfettschmierigekliger alter Rotzespucker nebst Frau, die immer aussieht, als wäre sie grad einer 50er-Jahre "Hart-ist-das-Leben-in-Castrop-Rauxel"-Milieudoku entstiegen,
- eine "junge Frau", die auf erstem Blick zwar normal aussieht, aber bereits seit WOCHEN ALLE Fenster ihrer Wohnung komplett mit Plastikfolien zugeklebt hat,
- ein muffiger Kauz,
- eine schrill gekleidete, stets ondulierte Locken in feuerrot tragende und Stöckelschuhklappernde Trulla,
- ein zugegebenermaßen sehr nett aussehendes Paar mit Baby, mit denen man sich aber nicht unterhalten kann, da sie kein deutsch reden
- angeblich noch ein Paar, das immer sehr laut Musik hört und/oder sich streitet oder prügelt - die hab ich aber noch nie gesehen...
- und ein paar Handwerker: Die Heizungsmonteure. Sie kamen vor ca 2 Monaten, stapelten in eine der leer stehenden Wohnungen im Erdgeschoss haufenweise neue Heizkörper, haben im Treppenhaus an ihrem Frühstückstreppenabsatz bereits ihren eigenen Aschenbecher dauerdeponiert und lungern hier jeden Tag herum. Mein Verdacht ist ja, dass sie mit ihrem Job längst fertig sind, es sich in der leeren Wohnung ganz nett eingerichtet haben und dort nun ihre von der Hausverwaltung finanzierte Sommerfrische verbringen. ..

15.8.05

Die Lösung...

...kann so einfach sein: Arbeitszeitverkürzung, Bruttolohnsenkung bei Beibehalt des Nettolohns, erreichbar durch Senkung der Lohnsteuer und Anhebung der Gewinn- und Vermögenssteuern. Kann mal irgendwer bitte eben ausrechnen, was dabei dann genau herauskommen würde?!? Auf jeden Fall mehr Menschen in Lohn und Brot, das sie dann auch bestimmt wiederum brav ausgeben würden (den Lohn, das Brot schön aufessen!)...Wie das alles genauer funktionieren kann, ist unter anderem hier nachzulesen. Schaut sich nur bestimmt kein Politiker an (nein, Angie wohl auch nicht...).

14.8.05

Kühe Kühe Kühe!

Wiesen Auen Tümpel Bäume Schilf. Acker Acker Acker, Mais Mais Weizen. Kühe schwarzweiss. Pferde Reiher Störche auf Storchennestern mitten im Dorf. Nacktschnecken! Braune, schwarze, lange, kurze: Auf den Wegen, den Kürbisblättern, dem Suaerampfer, einfach überall. nacktschneckennacktschneckennacktschnecken! Schmale Straßen, Alleen, vergessene Dörfer, gelbe Holz-Xe hier und da. Wolken viel, Wolken dunkel, Wolken tief, WiesenWälderStraßen nass.

Das Wendland: Immer wieder eine Reise wert...

10.8.05

positive thinking!

14 Grad Celsius am Tage bei strömendem Regen in der ersten Augusthälfte - und das seit bald einer Woche. Hurra:

- Kein lästiges 2tägiges Bewässern der Balkonpflanzen nötig, erst recht nicht das umständliche Organisieren, wer es denn tue wenn man verreise..
- Der in der Vorratskammer neben der Küche lagernde Weissweinvorrat steht quasi spontan und komplett zum sofortigen Trinkvergnügen passend temperiert zur Verfügung!
- Edelbitterschokolade schmeckt besser als bei 30 Grad im Schatten
- Der Müll stinkt nicht
- keine verschwitzte Kleidung nach einmal Getränke kaufen/Fahrradfahren...
- Mehr Ästethik auf den Straßen, da die Leute wieder angemessen bekleidet und nicht nur notdürftig verhüllt einkaufen gehen
- keine Wespen, Mücken, Fruchtfliegen, Motten und ähnliches Getier unterwegs
- man muss sich beim Joggen durch den Park nicht vorkommen wie im Feierabendverkehr auf der A2 Richtung Dortmund
- das Mineralwasser im Supermarkt ist nicht ständig ausverkauft
- weniger Hautkrebs
- mehr Konsum
- weniger Konsum von Eiscréme
...

8.8.05

Eine andere Welt ist möglich...

...aber seid Ihr bereit dafür? Check it out now:
Bitte nicht klicken

7.8.05

Sprechen Sie deutsch?

"Schließlich, dürfte ich deine Dokument geöffnet, und ich finde daß es diese drei Lektion sind wirkilch sehr schön !
Als in der Zukunft, ich brauche eine Methode für französich Unterricht geben, kannst du eine andere methode ASSIMIL für mich bestellen (nur der Buch natürlich ! ) und ich gebe dir Geld oder kannst du mir geben die Name von den Geschäft (Biblithek ?) wo ich kann es bestellen ?
Ok, Ich hoffe daß du hast mir verstanden !!!!
Ich dachte daß wir konnte vielleicht ein Essen bei mir mit meine Freunden (E und A) am Dienstag abend machen oder im Restaurant oder irgendwo ...

was denkst du ?
Wenn es klappt für dich, kannst du nach J fragen ?

PS : Ich war Jogging heute abend... es war SEHR SCHWER !!! Wie ein Opa !...
Ich muß wirklich wieder anfangen zu turnen ....

Bis bald, liebe Grüße"
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- mail meines neuen französischen Bekannten Y, der mich beim französisch Lernen (Wie schreibt man FRANZÖSISCH LERNEN nach der neuen Rechtschreibreform eigentlich korrekt??!?!) etwas unterstützt. Als Ausgleich dafür helfe ich beim Arztsuchen in den Gelben Seiten und beim Papierkrieg mit der Telekom...)

5.8.05

Friedhof der Kachelöfen

3.8.05

Der Supergau


Tatort: meine Wohnung
Täter: ein Rudel Handwerker
Opfer: meine beiden Kachelöfen
Der Horror jeder Hausfrau (oder jedes Hausmannes): Ein feiner, schmieriger Aschefilm hängt lauernd in der Luft, um sich sofort wieder auf jede gewischte Fläche zu legen. E-kel-haft.

2.8.05

Westfälische Cuisine

Anlässlich der "Goodbye"-Party einer amerikanischen Freundin gestern wollte ich ein Dessert zum abendlichen Gelage beisteuern. Am besten kann ich französischen Schokoladenkuchen und Mousse au chocolat. Aber sie verlässt ja (vorübergehend) Deutschland und nicht Frankreich - also bitte einen "deutschen" Nachtisch. Wenn schon, denn schon, die Gelegenheit, mich meiner westfälischen Wurzeln zu besinnen: Ein typisch westfälischer Nachtisch muss her, so was kennt sie garantiert nicht. Also kaufte ich Quark, frisches Beerenobst (obacht, damit habe ich schon die erste Veränderung zum Original vorgenommen, da gibt's natürlich eingemachtes Obst sprich Kirschen aus dem Glas statt frischer Blau- und Johannisbeeren), Pumpernickel und Schokostreusel und zauberte daraus eine Original Stippmilch mit Pumpernickel.
Nun hat es die westfälische Küche seit Jahrhunderten - ach was: Jahrtausenden! - verstanden, erfolgreich sämtlichen kulinairschen Infiltrationen aus "dem Süden" zu widerstehen und zeichnet sich bis heute durch eine gewisse, nun ja, "Erdigkeit" und Geradlinigkeit, verbunden mit Nahrhaftigkeit aus. Dementsprechend kam die Stippmilch an: Die beiden Amerikanerinnen fanden sie "cool. No really, I like it...", die Spanierin lächelte höflich, Freund J aus Berlin und Kumpel I aus Norddeutschland konnten sich regelrecht begeistern dafür und der Franzose schrie nach dem ersten vorsichtig probierten Löffel entgeistert und unkontrolliert auf: "Mon dieu - was ist das?!? Pardon - abärr das ist keinää dessert?!!Das kann man nischt essän, impossible!"
Das nächste mal mache ich doch wieder französische Schokoladentorte. Aber als Hauptgericht gibt's Möppkenbrot!