23.6.05

Dreiecksverhältnisse

Guter Platz zum abendlichen Sektpicknick, hier in leider schon sehr diffusem Lichte...



"Die Feststellung des Fehlbedarfs lässt sich hier nicht auf die Ermittlung der Differenz von Bestand und angestrebten Zielen reduzieren, darf aber auch nicht allein bzw. primär einer politischen Entscheidung überlassen bleiben. Neben den fachlichen Vorgaben des SGB VIII und den anerkannten sozialpädagogischen Standards einer bedarfsgerechten Aufgabenerfüllung sind hier die 'Wünsche', Bedürfnisse und Interessen der jungen Menschen und der Personensorgeberechtigten als Vorgaben eines fachpolitischen Konkretisierungs- und Aushalndlungsprozesses zu berücksichtigen. In diesem Sinne ist der Begriff des 'Bedarfs' normativ unter Berücksichtigung der Adressantenwünsche, der Standards des SGB VIII und der fachlichen und fachpolitischen Ziele des Jugendhilfeträgers zu bestimmen. Dabei gilt es, ..."
Münder u.a., FK-SGB VIII, § 80 Rz 4

Neue Arbeitsstelle, neue Herausforderungen: Wie werde ich innerhalb von anderthalb Wochen Expertin des SGB VIII?!? Morgen darf ich ein Seminar dazu halten...Und wartet nur, liebe Grundstudiums-Studis, bis ich mit dem jugendhilferechtlichen Dreiecksverhältnis der Leistungserbringung und den historischen Wurzeln des Subsidiaritätsprinzips in der Jugendhilfe beginne, hoho...

16.6.05

Totalausfall

So, da bin ich wieder...
Nach einer Woche Totalausfall versuche ich mich so langsam mal wieder im Alltagsleben zurecht zu finden. Dank einer European Summer School, bei der ich eigentlich nur einen kleinen Workshop angeboten habe, dann aber irgendwie in den Sog dieser Veranstaltung geriet, habe ich eine gute Woche Schlafentzug, unfreiwillige Diät (habe 2 Kilo abgenommen!) und Dauerparty mitsamt babylonischem Sprachgewirr hinter mir...
Hier meine Lieblingsanekdote der Tage:
FH-Student R und ich bieten am Sonntag eine Tour nach Potsdam für Interessierte TN der Summer School an. Auf dem Rückweg fährt unsere gesamte Gruppe aufgrund hier nicht näher zu erläuternder Umstände ausversehen 2 Stationen "schwarz" mit der S-Bahn. Kaum wird mir das richtig bewusst, sehe ich auch schon den Kontrolleur grimmig-entschlossenen Schrittes auf uns zukommen. Schaffen wir noch den nächsten Stop? Zu spät, da ist er schon. Ich konnte dem Portugiesen, der erstaunt mein versteinertes Gesicht musterte, gerade noch ein "Pretend you're a stupid tourist and know nothing!" zuraunen, da waren wir auch schon dran. Kein Problem für die Überleben-im-Wahnsinn-gewohnte Serbin, sie zeigte irgendwie ihre ungültige Karte, keine Reaktion. Aber dann der Portugiese...Es kam wie es kommen musste: An der nächsten Station musste er mit heraus, ich signalisierte mit Grimassen und Händen und Füßen dem in 2 Waggons verstreuten Rest der Truppe: Raus! Hier und sofort!
Am Bahnsteig dann längere Diskussion zwischen Portugal und deutschen Kontrolleuren. Wie ich hinterher erfuhr, wusste er tatsächlich nicht,dass seine Wochenkarte nun gerade dort NICHT galt...Alles Nichtwissen half nichts, 40 Euro sollten es sein. Während wir anderen so taten, als würden wir nur so auch auf diesem einsamen Bahnsteig herumstehen und gar nicht dazu gehören, sperrte die Bosnierin beide Ohren auf und platzte mitten in die Diskussion Portugal-Deutschland entsetzt herein: "What?!? We have to pay 40 Euro? EACH of us?!?!???"
Oh Mann.